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Sonja Jokiniemi


Sonja Jokiniemi (1983 in Kuopio geboren) ist eine Performerin und Choreographin aus Helsinki, Finnland. Sie erwarb ihren BA in zeitgenössischem Tanz und Choreographie am Laban Centre in London und schloss ihr Studium am DasArts in Amsterdam mit einem Mastertitel in Theaterwissenschaften ab.

Ihre Arbeit ist häufig auf Katastrophenereignisse fokussiert, die in Miniaturlandschaften dargestellt werden. Sie interessiert sich für subjektive Sprachsysteme und macht in ihren Performances Gegenstände zu Mitspielern. Ihre neuesten Werke als Alleinperformerin tragen die Titel OH NO (2013) und Hmm (2015). Neben ihrer Arbeit als Performancekünstlerin zeichnet sie und schreibt Bücher, wie zum Beispiel Disastrous Events (2013) oder PA A (2015), wo es um die Zeichensysteme subjektiver Sprache geht.

Jokiniemi startete mit autistischen Erwachsenen ein längerfristig angelegtes Forschungsprojekt unter dem Motto Without an Alphabet. Dieses Projekt konzentriert sich auf subjektive Kommunikationsformen und sprachliche Konstrukte, die unbelebte Gegenstände, aber auch Zwischenmenschlichkeit einbeziehen. In letzter Zeit arbeitete sie an einem Pilotprojekt der Stadt Helsinki mit dem Namen HelCre. Dabei kooperierte sie auch mit Alvi, einer Vereinigung, die Wohnraum für Menschen mit psychischen Behinderungen zur Verfügung stellt.

Im Arc startet Jokiniemi ein neues Projekt unter dem Titel RRRRR. Sie ist dabei von ihren derzeitigen Mitarbeitern Natalia Rangel Dominguez (Komponistin) und Miguel Angel Melgares (Dramaturg / bildender Künstler) unterstützt. Die Grundidee von RRRRR basiert auf schizophrenen Zügen in uns selbst, in unserer Umgebung, der virtuellen Welt und den gesellschaftspolitischen Strukturen. Das besondere Interesse von Jokiniemi gilt der ständigen Präsenz von «Künstlichkeit» und der Entkörperlichung in der Online-Existenz. Ihr Projekt in der Künstlerresidenz zielt darauf ab, Verdrängungen, Entgleisungen und Chaos in unserer Umgebung und in unseren Seelenlandschaften zu analysieren, sie zu verstehen und sie methodologisch für ihre Arbeit als Performerin aufzubereiten.

Im April 2017 arbeitet Sonja an ihrem neuen Projekt Howl im Arc. Das Projekt untersucht das Zusammenwirken von Liebe zwischen dem Menschlichen und dem Unmenschlichen. Das Projekt erforscht Einsamkeit und Verlust in der heutigen Zeit. Es möchte Vorschläge für eine hybride Verbundenheit kreieren. Die Künstlerin schafft ihre ganz persönliche, geliebte Verbindung, bei der sich Aussichten auf Zugehörigkeit und Sorge entwickeln.

Projekte

  • RRRRR
  • Howl

Datum

01. - 10. JUL 2015
25. - 28. JAN 2016
06. - 09. APR 2017

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