Gast

Vytautas Jankauskas


Vytautas Jankauskas erkundet die Grenzen dessen, was wir als unsere nationale Identität betrachten. Dabei berücksichtigt er den Einfluss multinationaler Konzerne, religiöser Institutionen, unabhängiger Aktivisten und der Technologiebranche. 

Er schätzt Kunstmanifeste, besonders, wenn sie den technischen Fortschritt über den Haufen werfen. Vytautas ästhetische Haltung ist oft inspiriert durch die analogen Benutzeroberflächen, die sich in obsoleten Cyberpunk-Industrieartefakten verstecken. Vytautas hat an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand ein Bachelorstudium in Medienkunst mit Auszeichnung abgeschlossen und war für einen sechsmonatigen Forschungsaustausch an der Fakultät für Interaktionsdesign an der Kongelige Danske Kunstakademis Skole for Design in Kopenhagen. 

Im Juni 2015 schloss er mit Auszeichnung den Masterstudiengang in Mediendesign an der HEAD in Genf (Schweiz) ab. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehören diejenigen am Salone del Mobile in Mailand und an der Cité du Design in Saint-Étienne sowie eine kommende Show im September am V&A Digital Design Weekend in London. Ein israelisches Start-up hat im Februar 2015 unter dem Namen Churchix ein System zur Gesichtserkennung entwickelt, das gemäss Medienberichten aktuell von nahezu 10'000 Kirchen weltweit genutzt werden soll. Das System ermöglicht, die Mitglieder einer Kirche zu zählen und die Häufigkeit ihrer Besuche zu überprüfen. Es kann auch als Sicherheitssystem eingesetzt werden und dient vor allem dazu, aus unterschiedlichen Gründen spezifische Informationen über die verschiedenen Mitglieder zu erhalten. 

Die Entwicklung von Churchix hat Arielle Gasser und Vytautas Jankauskas dazu inspiriert, die Annäherung zwischen der digitalen und der religiösen Welt genauer zu betrachten. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, dass die beiden Bereiche voneinander getrennt sind, so sind sie doch nicht komplett verschieden: Die Religion verwendet seit je fortschrittliche Techniken als Mittel zu Glaubensverbreitung, Kommunikation und Inszenierung. 

Während ihres Aufenthalts im Arc erforschen Arielle Grasser und Vytautas die Art und Weise, wie aktuelle Technologien neue religiöse Modelle beeinflussen. Sie denken darüber nach, wie diese neue Entwicklungen Rituale oder Kultobjekte und -räume verändern, und analysieren die Methoden, die von der Religion übernommen werden, um sich dem modernen Kontext anzupassen.

Projekt

  • Custom Made residency

Termin

3.-30. NOV. 2016